seit 1830
Bürgerwache Crailsheim
 

Bürgerwache bei Freunden in den USA



Erstmals im Jahr 1998 besuchte die Bürgerwache die amerikanische Partnerstadt Worthington. Nach 10 Jahren war nun der 2. Besuch vorgesehen. Im vergangenen Jahr besuchte eine amerikanische Delegation mit Bürgermeister Alan Oberloh aus Worthington Crailsheim. Grund hierfür waren die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen dieser Partnerschaft. Dies war übrigens die allererste deutsch-amerikanische Partnerschaft nach dem 2. Weltkrieg überhaupt. Nach dem Festakt im Crailsheimer Rathaus sprach BM Oberloh die herzliche Einladung an die Bürgerwache aus, die natürlich dankend angenommen wurde. Mit den Vorbereitungen wurde gleich begonnen und es wurde ein Vor-, Haupt- und Nachprogramm zusammen mit dem Städtepartnerschaftsausschuß in Person von Dieter Kainzinger und der Stadtverwaltung mit Franz Kasimir erarbeitet. 70 Teilnehmer umfaßte dann die gesamte Reisegruppe darunter 26 aktive Musiker des Musikzuges und 6 Kompaniemitglieder.

 

Das Vorprogramm begann mit dem Abflug am Sa., 07.06.08 in Frankfurt und umfaßte folgende Stationen: Philadelphia (erste amerikan. Hauptstadt), Washington (aktuelle Hauptstadt) und die Niagara-Wasserfälle in Kanada. Hier war es bei den Unternehmungen sehr heiß. Am 12.06.08 startete dann die 2. Gruppe um 3 Uhr in Crailsheim und flog zunächst über Frankfurt nach Chicago. Dann ging es weiter nach Minneapolis. Hier wurden die Nerven der Musiker erst einmal getestet. Die Instrumente waren in einem späteren Flugzeug eingeladen worden. So mußte auf diese gewartet werden. Auch ein Posaunenkoffer kam mit sehr großen Transportschäden an. Wir wurden schließlich vom Städtepartnerschaftskomitee von Worthington auf dem Flughafen sehr herzlich begrüßt. Auch war der derzeitige Austauschschüler Crailsheims – Yannick Elens - mit anwesend. Nach gut 3 Stunden Busfahrt kamen wir in Worthington bei schönstem Sommerwetter an und die Gastfamilien begrüßten uns sehr freundlich. Um 19:30 Uhr trafen wir uns alle bei der Windsurfing-Regatta, die am Worthingtoner Okabena-See abgehalten wurde. Trotz dass wir bereits nahezu 24 Stunden unterwegs waren, ließen wir uns das mitfeiern nicht verbieten. Am nächsten Tag ging es nach Sioux Falls - einer der größten Städte in der Nähe von Worthington. Diese liegt bereits im angrenzenden Bundesstaat Süd-Dakota. Als erstes wurde bei einer Winzerei der „Strawbale Winery“ Stop gemacht. Hier wurde uns gezeigt, wie Amerikaner Wein vor allem aus Erdbeeren und Pfirsichen machen. In Sioux Falls angekommen wurde zunächst der sog. „Washington Pavillion“ besichtigt. In diesem Museum konnten sogar wissenschaftliche Experimente selbst nachgemacht werden. Am beeindruckendsten war ein Film über frei lebende Haie und der ausgestellte Dinosaurier „T-Rex“. Nach diesem interessanten Museumsbesuch nahmen wir unterhalb der Wasserfälle von Sioux Falls unser gemeinsames Abendessen ein und jeder hatte die Gelegenheit, die gesamte Gegend der Wasserfälle entweder zu Fuß oder mit einem ausgeliehenen Fahrrad zu erkunden. Dies nutzten vor allem unsere Jugendlichen. Ein kleiner Regenschauer (wie die Leute dort sagten: „Babyschauer“) sorgte für sehr angenehme Temperaturen. Der Höhepunkt des Tages war dann noch der Besuch einer Wassershow am „Catfish Bay“. Die als Piraten verkleideten Akteure beeindruckten auf Ihren Wasserskiern. Der Samstag begann für den Musikzug mit einer Probe im schönen „Memorial Auditorium“. Hier überreichte John Nordell (der „Kainzinger“ aus Worthington) allen Orchestermitgliedern ein T-Shirt der Worthingtoner City Band. Um 15 Uhr begann schließlich das Konzert der Bürgerwache am „Sailboard Beach“. Die Kompanie stand Ehrenwache und der Musikzug gab sein musikalisch Bestes.

 Hauptmann Rosenäcker und OB Raab (jeweils in kompletter Bürgerwach-Uniform trotz heißer Sommertemperaturen) bedankten sich bei Bürgermeister Oberloh und John Nordell für die gute Aufnahme und verliehen beiden die silberne Ehrenmedaille der Bürgerwache. Am Sonntag wurde mit den jeweiligen Gastfamilien die Kirche besucht. Anschließend traf man sich zum gemeinsamen „Pancake“-Essen bei den „Elk´s“ – einer mildtätigen Organisation. Von dort aus fuhr man gemeinsam zum herrlich gelegenen See „Shetek“. Auf dem großen Anwesen der Familie Lober konnte man bei Spielen, Bootsfahrten und Wasserskifahren sehr schön entspannen. Am folgenden Montag gab es dann für die Herrn eine Landwirtschaftstour und für die Damen eine Extratour. Es wurde die Prairie Holding, eine große Getreidefarm mit rund 2.000 Hektar, eine Schweinefarm mit rund 7.000 Tieren und eine Rinderfarm mit ca. 1.000 Milchkühen sowie eine Apfelplantage besichtigt. Noch vor dem eigentlichen Konzert des Musikzuges im Chautauqua Park spielte der Musikzug im Altenpflegeheim „Meadows“ und erfreute mit schwungvollen Melodien die Senioren.

Am Dienstag ging es dann über Currie – einer alten Eisenbahnstation – nach Pipestone zu den Indianern. Nach dem Mittagessen mit richtigen Buffalo-Burgern wurde zum Nationalpark Pipestone gefahren, der zu Fuß erkundet wurde. Am Abend hieß es schon langsam Abschied nehmen im „Pioneer Village“ – einem amerikanischen Freilandmuseum mit Häusern aus der Siedlerzeit. In der großen Scheune wurde ein tolles Abendessen vorbereitet und der Musikzug unterhielt zusammen mit der City Band. Hauptmann Rosenäcker konnte an diesem Abend OB Raab zu dessen 25-jährigen Bürgermeisterjubiläum gratulieren und überreichte der City Band einen Stadtbanner mit Wappen. Am nächsten Tag flog die eine Gruppe bereits wieder nach Deutschland zurück und die andere Gruppe besuchte noch New York. Diese Stadt war ebenfalls sehr beeindruckend. Bereit als wir vom Flughafen direkt nach Manhatten hineinfuhren erdrückte dies einen fast. Unser Hotel befand sich direkt zwischen Timesquare und Centralpark. Am nächsten Tag hatten wir zunächst eine Stadtrundfahrt und anschließend besichtigten wir das Empire State Building. Der Ausblick von dort oben war gigantisch.

Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt auf eigene Faust. Neben Harlem und Chinatown waren am Beeindruckendsten die Brooklinbridge und die Vorbeifahrt mit der Fähre nach Staten-Island an der Freiheitsstatue. Am Samstag, 21.06.08 ging es dann am späten Nachmittag wieder heim. Ohne größere Flug- und Busverspätungen kamen wir am Sonntag gegen 16 Uhr am Volksfestplatz wieder an. 

 

Text: Jürgen Rosenäcker

Bilder: Siegfried Zanzinger und Jürgen Rosenäcker







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